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Casino Royale ist ein britisch-US-amerikanischer Actionfilm aus dem Jahr 2006, eine Neuverfilmung des ersten James-Bond-Romans „Casino Royale“ von Ian Fleming und der gleichnamigen Fernsehfassung aus dem Jahr 1954. Der Film hatte am 14. November 2006 Weltpremiere in London. Er startete am 16. November 2006 in den britischen, am 17. November in den US-amerikanischen und am 23. November 2006 in den deutschen Kinos. Casino Royale ist der 21. offizielle Film der James-Bond-Filmreihe und der erste mit Daniel Craig in der Titelrolle, dem sechsten regulären Bond-Darsteller. Regie führte der Neuseeländer Martin Campbell.
Der Prager MI6-Sektionschefs Dryden soll Erkenntnisse des britischen Geheimdienstes veruntreut haben. Mit der Liquidierung des Agenten beauftragt, erschießt Bond Dryden in dessen Arbeitszimmer und erlangt mit diesem zweiten Mord nach der Liquidierung von Drydens Mittelsmann auf einer Herrentoilette den Doppel-Null-Status.
Im ugandischen Mbale wird der skrupellose Börsenspekulant Le Chiffre vorgestellt, der ihm anvertrautes Geld von Terroristen gewinnbringend investiert. Le Chiffre wendet sich mithilfe von Mr. White, einem Mittelsmann einer unbekannten terroristischen Organisation, an den ugandischen Warlord Steven Obanno, der ihm als Anführer der afrikanischen Lord’s Resistance Army viele Millionen Dollar anvertraut. Le Chiffre investiert in Leerverkäufe (short sellings) gegen den Börsenkurs des Unternehmens „Skyfleet“ und nutzt seine terroristischen Kontakte, um unter dem Codewort „Ellipsis“ einen Anschlag auf den Skyfleet-Flugzeugprototyp am Miami International Airport zu verüben.
Bond reist unterdessen nach Madagaskar, um einen international operierenden Terroristen zu verfolgen. In einer spektakulären Parkour-inspirierten Verfolgungsjagd gelingt es ihm, diesen in einem Botschaftsgebäude von Nambutu zu stellen. Das Gebäude wird jedoch von Soldaten umstellt, Bond erschießt den Bombenleger und entkommt mit dessen Rucksack, Handy und einer Sprengvorrichtung. Dabei wird er jedoch von den Überwachungskameras der Botschaft gefilmt und der Vorgang am nächsten Tag zum Unmut von M, dem MI6 und der Britischen Regierung in der Weltpresse veröffentlicht.
Bond konnte allerdings über eine SMS mit dem Codewort „Ellipsis“ im Handy des Bombenlegers und der geheimdienstlichen Technologie seiner Vorgesetzten M, zu deren Wohnung er sich ungeniert Zugang verschafft hat, den Absender in den Nassauer Ocean Club auf den Bahamas zurückverfolgen, wo er sich kurz darauf in einer noblen Strandvilla einmietet. Beim Poker macht er die Bekanntschaft mit dem Terroristen Alex Dimitrios und gewinnt dessen Auto, den Aston Martin DB5. Zur gleichen Zeit lernt er auch dessen attraktive Frau Solange Dimitrios kennen, die ihm nach einem kurzen leidenschaftlichen Intermezzo in Bonds Schlafzimmer verrät, dass ihr Mann nach Miami aufgebrochen ist. Bond verlässt daraufhin schnell Nassau und verfolgt Dimitrios in die Körperwelten-Ausstellung in Miami, wo er am Flughafen den Anschlag auf den Skyfleet-Prototyp verhindert, wobei der Attentäter ums Leben kommt, und Le Chiffre einen enormen Börsen-Verlust beschert. Solange Dimitrios wird daraufhin für ihren Verrat ermordet und am Strand in Nassau aufgefunden.
Le Chiffre sieht sich gezwungen, in der Spielbank Casino Royale in Montenegro um 150 Millionen US-Dollar zu spielen, um für seine Organisation das verlorene Geld seiner skrupellosen Kunden zurückzugewinnen. Als der MI6 davon erfährt, wird Bond beauftragt, diesen Plan zu vereiteln, damit Le Chiffre aufgrund seiner Geldnot mit dem MI6 kooperieren und so die Terroristen ausliefern muss. Hilfe erhält Bond von Vesper Lynd, einer Mitarbeiterin des britischen Schatzamtes, mit der er ein Verhältnis eingeht.
Das anschließende mehrtägige Texas-Hold’em-Turnier in Montenegro, bei dem James Bond den Vergiftungsversuchen Le Chiffres mit Digitalis (Fingerhut) durch ein Gegengift und Wiederbelebungsmaßnahmen von Vesper Lynd entgeht und Widerstandskämpfer Obanno, der um sein in Le Chiffre investiertes Geld besorgt ist, von Bond getötet wird, verliert Le Chiffre gegen 007. Als Vergeltung und im Bestreben, das verlorene Geld gewaltsam von Bond freizupressen, entführt Le Chiffre mit Unterstützung von Rene Mathis – Bonds vermeintlicher Kontaktmann in Montenegro – Vesper vor Bonds Augen. Es beginnt eine halsbrecherische Verfolgungsjagd, bei der Bond die Kontrolle über seinen Aston Martin verliert, als er der auf die Straße gelegten, gefesselten Vesper Lynd ausweicht. Der Wagen überschlägt sich und Bond verliert das Bewusstsein. Bond und Lynd werden auf ein rostiges Boot in einem montenegrinischen Hafen verbracht und dort von Le Chiffre und seinen Komplizen gefoltert. Le Chiffre wird allerdings von Mr. White für seine Unzuverlässigkeit erschossen und Bond und Vesper Lynd gelangen wieder in Freiheit.
internationale Schauplätze in Casino Royale
Bond erholt sich mit Lynd in einem Sanatorium am Comer See. Dort entledigt er sich zu allererst Le Chiffres Komplizen Mathis und überweist den Gewinnbetrag von 150 Millionen Dollar auf das von Lynd bei dem Schweizer Bankier Mendel benannte Konto. Mit der Absicht, Lynd zu heiraten und ein Leben außerhalb der Dienste Ihrer Majestät führen zu wollen, schickt er via E-Mail M seine Kündigung nach London und bricht mit Lynd zu einer ausgiebigen Hochzeitsreise nach Venedig auf, wo sie sich in einem Hotel einmieten.
Lynd verlässt am nächsten Morgen unter dem Vorwand, Geld von einer Bank abheben zu wollen, das Hotelzimmer Richtung Markusplatz, woraufhin M Bond in einem Anruf über den nicht erfolgten Zahlungseingang der Poker-Gewinnsumme beim britischen Schatzamt informiert. Nach Rücksprache mit dem Schweizer Bankier Mendel erfährt Bond, dass das Geld in dem Moment am Markusplatz abgehoben wird, und verfolgt Lynd bis zu der von ihr organisierten Geldübergabe mit Gettler, einem Terroristen im Syndikat um Mr. White.
Es kommt schließlich zum Showdown in einem am venezianischen Canal Grande gelegenen baufälligen Palazzo. Lynd schließt sich selbst in einem Fahrstuhl ein, der sich in einem im Wasser versinkenden Haus befindet. Bond kann sie noch aus dem von Gittern gesicherten Fahrstuhl befreien und an die Wasseroberfläche bringen, doch ihren Tod nicht mehr verhindern. Mr. White dagegen kann mit dem Geldkoffer aus Venedig entkommen. Da Lynd aber für Bond in ihrem Handy einen Hinweis auf Mr. White hinterlassen hat, ist es 007 möglich, den Bösewicht am Ende des Films in dessen Villa am Comer See zu fassen. Dort schießt er Mr. White ins Bein. Ob er ihn tötet, bleibt offen. Der Film endet mit den Worten: „Mein Name ist Bond, James Bond“.
- Die Folterszenen wurden teilweise nicht in die endgültige Filmfassung übernommen, weil der Film sonst die angestrebte Altersfreigabe − BBFC 12A, also für 12-jährige in Begleitung eines Erwachsenen − nicht erhalten hätte; in Deutschland ist der Film ab 12 Jahren freigegeben. Nach Meinung des Regisseurs enthält der Film die härtesten Szenen, die jemals in einem Bond zu sehen gewesen sind.
- Der Film ist der erste in der Serie, in dem es regnet. Außerdem ertönt die bekannte 007-Melodie zum ersten Mal erst am Ende des Films, begleitet von dem bekanntesten Satz der Filme: "(Meine Name ist) Bond, James Bond."
- In einer Szene sind plastinierte menschliche Körper zu sehen. Es handelt sich um Exponate aus der Ausstellung Körperwelten.
- Die Dreharbeiten begannen am 30. Januar 2006 mit einem Budget von ca. 150 Millionen US-Dollar und wurden am 21. Juli 2006 beendet. Drehorte waren unter anderem auf den Bahamas, in Prag, Karlsbad, Loket, in Venedig und am Comer See in Italien, England sowie in den Filmstudios Barrandov und den Pinewood Studios, Buckinghamshire, England. Der Film ist eine Gemeinschaftsproduktion von Metro-Goldwyn-Mayer, Columbia Pictures, Danjaq Productions, Stillking Films, Eon Productions und United Artists im Verleih der Sony Pictures Entertainment.
- Im Flughafenkapitel des Filmes erscheint der Unternehmer Richard Branson, Gründer der Virgin-Gruppe und Mitsponsor des Filmes, in einer kurzen Szene an der Personenkontrolle.
- Wie im Roman taucht Q im Film nicht auf. Miss Moneypenny hat zwar im Buch einen kurzen Auftritt mit einem Satz, wurde aber im Film trotzdem ausgelassen. Allerdings gibt es eine versteckte Anspielung auf sie beim ersten Auftritt von Vesper, als diese sich mit „I'm the money“ (dt.: Ich bin das Geld) vorstellt und Bond antwortet „Every penny of it“ (dt.: Und jeden Penny wert).
Der Film ist damit der erste ohne Moneypenny und neben Leben und sterben lassen und James Bond jagt Dr. No erst der dritte ohne einen Auftritt von Q (in Dr. No tritt er noch unter seinem tatsächlichen Namen Major Boothroyd auf).
- Im Film fährt James Bond zwei neue Modelle der Ford Motor Company, die beide bei Erscheinen des Films noch nicht auf dem Markt waren: Den Ford Mondeo Jahrgang 2007 sowie den Aston Martin DBS. Letzterer existierte zur Zeit der Filmproduktion nur als Entwurf, weshalb einige Exemplare des Aston Martin DB9 von Hand umgebaut werden mussten, um den DBS darzustellen. Die Szene, in der sich der Aston Martin DBS sieben mal überschlägt, wird als Weltrekord im nächsten Guinness-Buch der Rekorde stehen.
- Auch in diesem 007-Streifen sind wieder bekannte deutsche Schauspieler mit von der Partie. Ludger Pistor, derzeit vor allem durch die Serie „Balko“ bekannt, spielt den Schweizer Bankier „Mendel“. Jürgen Tarrach spielt die Rolle des „Schultz“. Zudem ist Clemens Schick als Le Chiffres Handlanger Kratt zu sehen. In einer Komparsenrolle tritt auch das deutsche 60er-Jahre-Model Veruschka auf.
- In Casino Royale findet, wie in allen James Bond-Filmen der 1990er und 2000er Jahre, auffälliges Product Placement statt, unter anderem für Automobile, Elektronikartikel und Computersoftware.
- Der Film stellt praktisch einen Neustart der James Bond-Zeitlinie dar, da Bond am Anfang seinen Doppel-Null-Status erhält.
- In den Szenen, in denen Bond in Venedig Vesper durch die Gassen der Stadt folgt, trägt diese ein auffallendes rotes Kleid. Die Szenen sind eine Hommage an den Film "Wenn die Gondeln Trauer tragen".
Der Film wurde nach Angaben der Filmkritik-Website Rotten Tomatoes von Kritikern sehr positiv aufgenommen. Es waren 94% von 165 erfassten Kritiken positiver Natur. [1]
Besonderes Lob wurde Daniel Craig für seine Darstellung zuteil, laut Andreas Borcholte vom Spiegel schaffe Craig es, „jenes Virile, brutal Animalische zu verströmen, über das Sean Connery in seinen ersten Auftritten als Bond verfügte“.[2] Für Paul Arendt von der BBC ist Craig denn auch die Verkörperung von 007, wie Ian Fleming sie schuf: Ein „Schweinehund“. Als Peinlichkeit bezeichnete er aber den Titelsong von Chris Cornell.[3]
Tim Adams vom Observer bemängelte die Unsicherheit der Filmemacher, beim Versuch, den Film rauher und wirklichkeitsnäher zu machen, sei alles andere in seiner Umgebung künstlicher geworden. So sei die Sequenz, in der Bond aus der Folter befreit wird, ins Komische abgerutscht.[4]
Finanzieller Erfolg [Bearbeiten]
- Der Film spielte schon am ersten Tag 1,7 Mio. Pfund an den Kinokassen in Großbritannien ein.[5]
- Eine Woche nach weltweitem Kinostart (nicht in Deutschland) wurden mit dem Film bereits 82,2 Mio. US-Dollar eingenommen.[6]
- In Großbritannien konnte Casino Royale den bisher besten Kinostart eines Bond-Films für sich verbuchen. Mit 25,6 Mio. US-Dollar steht er um 46 Prozent besser da, als der bisherige Rekordhalter Stirb an einem anderen Tag.
- In Russland hatte Casino Royale den erfolgreichsten Kinostart eines nicht-russischen Films. Das Gleiche gilt für weitere Länder, u. a. Indien.
- Auf dem internationalen Markt (27 Länder) hat Casino Royale bisher 594 Mio. US-Dollar eingespielt.[7](Stand: 18.3.2007)
- Casino Royale ist der erste Bond-Film, der in den Filmtheatern der Volksrepublik China veröffentlicht werden darf.[8] Seinen Vorgängern wurde dies stets durch die in den Filmen enthaltenen Sex- und Gewaltszenen verwehrt und sie sind nur als illegale Kopie auf DVD erhältlich.
na endlich....